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\newcommand{\thistitle}{Folien 4: Unternehmensformen}
\input{title.tex}

\section{Was ist ein Unternehmen?}
% PPT 2
\begin{frame}{Unternehmen: Fragen}
\begin{itemize}
\item Was ist überhaupt ein Unternehmen?
\item Warum gründet man ein Unternehmen?
\item Wie unterscheiden sich die Rechtsformen AG, GmbH, OHG, KG und e.K.?
\item Welche Rechtsform ist für meine Geschäftsidee geeignet?
\item Wer haftet, wenn das Unternehmen erfolgreich verklagt wird?
\item Wer beteiligt sich am Gewinn des Unternehmens?
\item Wer haftet, wenn das Unternehmen Insolvenz anmelden muss?
\item Wer führt das Unternehmen?
\end{itemize}
\end{frame}

% PPT 3
\begin{frame}{Unternehmen: mögliche Definitionen}
\begin{itemize}
\item Unternehmen betreiben die \textbf{Erzeugung von (knappen) Gütern und Diensten} durch eine Kombination von Produktionsfaktoren (Arbeit und Kapital). Aufgabenbereiche sind u.\,a. die Faktorbeschaffung (z.\,B. Finanzierung), der Transformationsprozess (Produktion) und der Absatz (Marketing).
\item Unternehmen sind eine Institution zur Maximierung von
\begin{itemize}
\item Produktivität (Output / Input)
\item Wirtschaftlichkeit (Ertrag / Aufwand)
\item Rentabilität (Gewinn / Kapital)
\end{itemize}
\item Unternehmen dienen der Selbstverwirklichung, Machtausübung, Ausbeutung oder dem Prestige der Unternehmenden.
\item Unternehmen sind Institutionen mit dem Ziel des Selbsterhalts (Nachhaltigkeit).
\end{itemize}
\end{frame}

% PPT 4, split into two frames; quotation retained from supplied slides.
\begin{frame}{Unternehmen als Form der Kooperation}
„Unter der Firma kooperieren Abteilungen für Produktion, Logistik, Absatz, Rechnungswesen. Unter der Firma arbeiten weiter Arbeiter, Führungskräfte, Lieferanten, Kunden, Kreditgeber ebenso wie kommunale Behörden zusammen.“

\medskip
\alert{Beispiel Ingenieur:in}
\begin{itemize}
\item Bietet nicht nur physische Anwesenheit während festgesetzter Zeiten gegen Gehaltszahlungen (klare, leicht beobachtbare und kontrollierbare Tauschbedingung).
\item Der/die Vorgesetzte erwartet auch Fleiß, technisches Wissen, Kreativität, Loyalität und Verschwiegenheit.
\item Umgekehrt erwartet der/die Mitarbeiter:in Anerkennung, Karrieremöglichkeit, gutes Betriebsklima etc.
\end{itemize}
\source{Spremann (1996), S.\,661}
\end{frame}

% PPT 4, continued
\begin{frame}{Unternehmen als Form der Kooperation}
„Das Bündel des von dem/der Ingenieur:in Gebotenen und das Bündel des dafür Erwarteten sind komplexer, langfristiger, bedingter, unsicherer, schwerer beobachtbar und weniger leicht kontrollierbar, als dies beim elementaren Markttausch der Fall ist.“

\bigskip
\textbf{„Die Unternehmung ist demnach ein Nexus, ein Kernbündel gerade nicht mehr marktfähiger Kooperationskontrakte, die dennoch nicht so komplex sind, dass sie eine staatliche Institution erfordern würden.“}
\source{Spremann (1996), S.\,661}
\end{frame}

% PPT 5
\begin{frame}{Existenzursachen von Unternehmen}
Es gibt Firmen, weil es nicht-marktfähige Kooperationswünsche gibt, für die eine staatliche Organisation zu kompliziert und damit ineffizient wäre.

Ursachen für nicht-marktfähige Kooperationswünsche:
\begin{itemize}
\item \textbf{Transaktionskosten} (Ronald H. Coase, 1937): hohe Kosten für die Benutzung der Märkte (z.\,B. Abschluss und Monitoring von Verträgen). Ursachen können sein:
\begin{itemize}
\item Unvollständigkeit von Verträgen
\item zeitliches Auseinanderfallen von Leistung und Gegenleistung
\end{itemize}
\item Nicht-marktfähige Zwischenprodukte / Faktorspezifität (Oliver Williamson)
\item Synergieeffekte im Team $\rightarrow$ nicht separat ausweisbare Einzelleistungen (Alchian und Demsetz)
\item Markt kann nicht feststellen, ob ein mangelhaftes Produkt auf fehlendes Engagement oder auf Zufälle zurückzuführen ist $\rightarrow$ \textbf{Moral Hazard}, „moralisches Wagnis“ (Kenneth J. Arrow)
\end{itemize}
\source{Spremann (1996), S.\,663}
\end{frame}

\section{Grundbegriffe und Rechtsformen}
% PPT 6; correction: merchant status follows from operating a Handelsgewerbe,
% not only from registration (HGB 1); registration obligatory under HGB 29.
\begin{frame}{Grundbegriffe}
\alert{Gewerbe}

Jede selbständige Tätigkeit, die auf Dauer ausgeübt wird, um Gewinne zu erzielen.
\begin{itemize}
\item Beispiele: Unternehmen des Handels und Handwerks u.\,a.
\item Ausnahmen: Agrarsektor, Ärzte, Rechtsanwälte u.\,a.
\end{itemize}
\medskip
\alert{Kaufmann / Kauffrau / Kaufleute}

Wer ein \textbf{Handelsgewerbe} betreibt, ist Kaufmann im Sinne des HGB. Maßgeblich ist, ob Art oder Umfang einen kaufmännisch eingerichteten Geschäftsbetrieb erfordern.

Kleingewerbetreibende können durch freiwillige Eintragung Kaufleute werden.
\source{Lexikon der Wirtschaft; \hrefc{https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__1.html}{§\,1}, \hrefc{https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__2.html}{§\,2 HGB}}
\end{frame}

% PPT 7, split for legibility
\begin{frame}{Grundbegriffe: Gesellschaft und Rechtsform}
\ra{1.6}
\begin{tabularx}{\textwidth}{@{}p{3.5cm}X@{}}
\toprule
\textbf{Begriff} & \textbf{Bedeutung} \\\midrule
Gesellschaftsvertrag & Vertragliche Grundlage einer Gesellschaft; enthält Bestimmungen über Geschäftsführung und Sitz u.\,a. \\
Gesellschafter:in & Anteilseigner:in einer Gesellschaft \\
Publizitätspflicht & Gesetzlich vorgeschriebene Information der Öffentlichkeit \\
Rechtsform & Verschiedene Möglichkeiten für die rechtliche Struktur eines Unternehmens \\
Rechtspersönlichkeit & Es existieren natürliche und juristische Personen. \\\bottomrule
\end{tabularx}
\source{Lexikon der Wirtschaft}
\end{frame}

% PPT 7, continued
\begin{frame}{Grundbegriffe: Vertretung und Verpflichtungen}
\ra{1.7}
\begin{tabularx}{\textwidth}{@{}p{3.5cm}X@{}}
\toprule
\textbf{Begriff} & \textbf{Bedeutung} \\\midrule
Prokura & Umfassende handelsrechtliche Vollmacht zur Vertretung eines Unternehmens \\
Handelsregister & Öffentliches Verzeichnis, in dem rechtliche Verhältnisse der Handelsgewerbe aufgezeichnet sind \\
Verbindlichkeiten & Verpflichtungen oder Schulden eines Unternehmens \\
Gläubiger:in & Jemand, der/die berechtigt ist, von einem/r Schuldner:in eine Leistung zu fordern \\\bottomrule
\end{tabularx}
\source{Lexikon der Wirtschaft}
\end{frame}

% PPT 8, editable overview
\begin{frame}{Privatrechtliche Unternehmen}
\centering
\begin{tikzpicture}[font=\small,
 head/.style={fill=TUred!12,minimum width=4.1cm,minimum height=.8cm,align=center,font=\bfseries},
 box/.style={fill=black!5,text width=3.8cm,minimum height=1cm,align=center,inner sep=5pt}]
\foreach \x/\h in {0/Einzelunternehmen,4.5/Personengesellschaft,9/Kapitalgesellschaft}
 {\node[head] at (\x,0) {\h}; \draw[thick,black!30] (\x,-.4)--(\x,-4.1);}
\node[box] at (0,-1.3) {Kauffrau / Kaufmann};
\node[box] at (0,-2.7) {Freiberufler:in};
\node[box] at (0,-4.1) {Land- und Forstwirt:in};
\node[box] at (4.5,-1.3) {Gesellschaft bürgerlichen\\Rechts (GbR)};
\node[box] at (4.5,-2.7) {Offene Handelsgesellschaft\\(OHG)};
\node[box] at (4.5,-4.1) {Kommanditgesellschaft\\(KG)};
\node[box] at (9,-1.3) {Gesellschaft mit beschränkter\\Haftung (GmbH)};
\node[box] at (9,-2.7) {Unternehmergesellschaft\\(UG / „Mini-GmbH“)};
\node[box] at (9,-4.1) {Aktiengesellschaft (AG)};
\end{tikzpicture}
\end{frame}

% PPT 9; correction: registration required for merchants, not for all sole traders.
\begin{frame}{Einzelunternehmen}
\begin{itemize}
\item Einzeln agierende:r Unternehmer:in
\item Für den Einstieg gut geeignet (z.\,B. für Handwerker:innen, Kleingewerbetreibende, Dienstleister:innen)
\item \alert{Unbeschränkte Haftung mit dem Privatvermögen}
\item Kein Mindestkapital
\item Entsteht bei Geschäftseröffnung
\item Für Kaufleute ist ein Eintrag ins Handelsregister vorgeschrieben; für Kleingewerbetreibende ist er freiwillig.
\end{itemize}
\medskip
Beispiel: Anton Schlecker e.K.
\source{\hrefc{https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__29.html}{§\,29 HGB}; \hrefc{https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__2.html}{§\,2 HGB}}
\end{frame}

% PPT 10; correction: company assets, not nominal capital, secure company debts.
% A personally liable partner may itself be a legal person (GmbH & Co. KG).
\begin{frame}{Personen- und Kapitalgesellschaften}
\begin{columns}[T]
\begin{column}{.48\textwidth}
\alert{Personengesellschaft}
\begin{itemize}
\item Mindestens zwei Rechtsträger verfolgen einen gemeinsamen Zweck.
\item Mindestens ein Gesellschafter haftet unbeschränkt mit seinem Vermögen (kann auch eine GmbH sein).
\item Kein Mindestkapital nötig
\item Keine juristische Person, kann aber rechtsfähig sein
\item Grundsätzlich einfache Gründung
\end{itemize}
\end{column}
\begin{column}{.48\textwidth}
\alert{Kapitalgesellschaft}
\begin{itemize}
\item Gesellschaft haftet mit ihrem gesamten Vermögen; Gesellschafter grundsätzlich nicht persönlich.
\item Mindestkapital: 25\,000\,\euro{} (GmbH), 1\,\euro{} (UG), 50\,000\,\euro{} (AG)
\item Juristische Person: eigene Rechte und Pflichten; kann klagen und verklagt werden
\item Aufwendigere Gründung
\end{itemize}
\end{column}
\end{columns}
\source{\hrefc{https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/__13.html}{§\,13 GmbHG}; \hrefc{https://www.gesetze-im-internet.de/aktg/__1.html}{§\,1 AktG}}
\end{frame}

\section{Gesellschaftsformen im Einzelnen}
% PPT 11; old wording paraphrased to reflect BGB 705 after MoPeG; eGbR added.
\begin{frame}{Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)}
\begin{itemize}
\item Mehrere Personen verpflichten sich durch Gesellschaftsvertrag, die Erreichung eines gemeinsamen Zwecks zu fördern.
\item Gesellschaftsvertrag auch durch konkludentes Handeln möglich; einfache Gründung
\item Anteile am Gewinn / Verlust und an der Liquidation
\item Jeder Gesellschafter haftet persönlich und gesamtschuldnerisch für die Verbindlichkeiten der rechtsfähigen Gesellschaft.
\item Kein Eintrag ins Handelsregister; Eintragung als \textbf{eGbR} ins Gesellschaftsregister möglich
\item Grundform der Kooperation
\end{itemize}
\medskip
Beispiele: Wohngemeinschaft, Lottogemeinschaft, Anwaltssozietät
\source{\hrefc{https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__705.html}{§\,705}, \hrefc{https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__707.html}{§\,707}, \hrefc{https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__721.html}{§\,721 BGB}}
\end{frame}

% PPT 12; original definition retained in substance, without obsolete quotation.
\begin{frame}{Offene Handelsgesellschaft (OHG)}
Gesellschaft, deren Zweck auf den Betrieb eines Handelsgewerbes unter gemeinschaftlicher Firma gerichtet ist und bei der kein Gesellschafter gegenüber den Gesellschaftsgläubigern beschränkt haftet.
\begin{itemize}
\item Rechtlich selbständige Gesellschaft, Kaufmann im Sinne des HGB
\item Kann Rechte erwerben und Verbindlichkeiten eingehen
\item Handelsregistereintrag
\item Führt Firma, darf Prokura erteilen
\item Buchführungspflicht
\item Haftung wie bei der GbR mit dem persönlichen Vermögen
\item Gewinnverteilung nach Gesellschaftsvertrag bzw. gesetzlichen Regeln
\end{itemize}
Beispiel: Restaurants
\source{\hrefc{https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__105.html}{§\,105}, \hrefc{https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__120.html}{§\,120 HGB}}
\end{frame}

% PPT 13; clarify Haftsumme versus paid contribution under HGB 171.
\begin{frame}{Kommanditgesellschaft (KG)}
Unterscheidet sich von der OHG dadurch, dass sie zwei Gruppen von Gesellschaftern umfasst: \alert{Komplementäre und Kommanditisten}.
\begin{itemize}
\item Ein oder mehrere persönlich haftende \textbf{Komplementäre}, die das Geschäft führen
\item \textbf{Kommanditisten}: Haftung gegenüber Gläubigern bis zur Haftsumme; ausgeschlossen, soweit die vereinbarte Einlage geleistet ist
\item Kommanditisten sind grundsätzlich von der Geschäftsführung ausgeschlossen, haben aber Kontrollrechte sowie Gewinnanspruch.
\item Für Unternehmende, die zusätzliches Startkapital suchen, aber eigenverantwortlich bleiben wollen
\end{itemize}
\medskip
Beispiel: Restaurants\hfill Geschichte: Venedig!
\source{\hrefc{https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__161.html}{§\,161}, \hrefc{https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__164.html}{§\,164}, \hrefc{https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__171.html}{§\,171 HGB}}
\end{frame}

% PPT 14, GmbH; liability corrected as on PPT 10.
\begin{frame}{Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)}
\begin{itemize}
\item Juristische Person (Körperschaft) mit eigenen Organen
\item Publizitätspflicht
\item Mindest-Stammkapital \alert{25\,000\,\euro{}}
\item Gesellschaft haftet mit ihrem Vermögen; Gesellschafter grundsätzlich nicht persönlich, müssen aber ihre Einlage leisten.
\item Kapital bestimmt Rechte und Pflichten der Gesellschafter.
\item Organe: Geschäftsführer:in und Gesellschafterversammlung, evtl. auch Aufsichtsrat
\item Gesellschafterversammlung: Jahresabschluss, Gewinnverwendung, Bestellung von Prokuristen; kann Änderungen des Gesellschaftsvertrags beschließen.
\end{itemize}
\begin{center}\includegraphics[width=3.4cm,height=.65cm,keepaspectratio]{wg4-bosch.png}\end{center}
\source{\hrefc{https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/}{GmbHG}; Logo: Bosch, aus Originalfolien}
\end{frame}

% PPT 14, UG split out; correction: reserve obligation does not end simply
% at EUR 25,000 equity; formal increase of Stammkapital is needed (GmbHG 5a).
\begin{frame}{Unternehmergesellschaft (UG / „Mini-GmbH“)}
\begin{itemize}
\item Variante der GmbH: Stammkapital von \alert{1 bis 24\,999\,\euro{}}
\item Vollständige Einzahlung vor Anmeldung; keine Sacheinlagen
\item Vereinfachte Gründung mit Musterprotokoll unter bestimmten Voraussetzungen möglich
\item \textbf{25\,\% des Jahresüberschusses}, abzüglich eines Verlustvortrags, müssen in eine gesetzliche Rücklage eingestellt werden.
\item Die Sonderregeln zur Rücklage entfallen nach einer formellen Erhöhung des Stammkapitals auf mindestens 25\,000\,\euro{}.
\item Bereits bei drohender Zahlungsunfähigkeit ist unverzüglich eine Gesellschafterversammlung einzuberufen.
\item Sonstige Regelungen wie bei der GmbH
\end{itemize}
\source{\hrefc{https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/__5a.html}{§\,5a GmbHG}}
\end{frame}

% PPT 15
\begin{frame}{Aktiengesellschaft (AG)}
\begin{itemize}
\item Klassische Rechtsform für privatrechtliche Großunternehmen
\item Juristische Person (Körperschaft) mit eigenen Organen
\item Publizitätspflicht
\item Mindest-Grundkapital \alert{50\,000\,\euro{}}
\item Verbriefung und damit Handelbarkeit der Gesellschaftsanteile (Kapitalsammelfunktion)
\item Fähigkeit, große Eigenkapitalbeträge flexibel aufzunehmen
\item \textbf{Aktie}: Wertpapier; vermittelt Vermögensrechte (z.\,B. Dividende) und Mitgliedschaftsrechte (Teilnahmerecht an der Hauptversammlung, Stimmrecht).
\end{itemize}
\begin{center}
\includegraphics[width=3.2cm,height=.65cm,keepaspectratio]{wg4-siemens.png}\hspace{1cm}
\includegraphics[width=3.2cm,height=.65cm,keepaspectratio]{wg4-lufthansa.png}
\end{center}
\source{\hrefc{https://www.gesetze-im-internet.de/aktg/}{AktG}; Logos: Siemens, Lufthansa, aus Originalfolien}
\end{frame}

% PPT 16, editable organs and duties
\begin{frame}{Organe einer Aktiengesellschaft}
\small
\begin{center}
\begin{tikzpicture}[font=\small]
\foreach \x/\label in {0/Hauptversammlung,4.8/Aufsichtsrat (AR),9.6/Vorstand (VS)}
 \node[fill=TUred!12,minimum width=4.2cm,minimum height=.7cm,font=\bfseries] at (\x,0) {\label};
\draw[-{Stealth},thick] (2.1,0)--(2.7,0);
\draw[-{Stealth},thick] (6.9,0)--(7.5,0);
\end{tikzpicture}
\end{center}
\begin{columns}[T]
\begin{column}{.31\textwidth}\small
\begin{itemize}
\item Gewinnverwendung
\item Entlastung von VS \& AR
\item Wahl der Aktionärsvertreter in den AR
\item Satzungsänderungen (z.\,B. Kapitalerhöhungen)
\end{itemize}
\end{column}
\begin{column}{.31\textwidth}\small
\begin{itemize}
\item Überwachung des VS
\item Bestellung / Abberufung des VS
\item Prüfung des Jahresabschlusses
\item Vorschlag zur Gewinnverwendung
\end{itemize}
\end{column}
\begin{column}{.31\textwidth}\small
\begin{itemize}
\item Leitung der AG in eigener Verantwortung
\item Vertretung der AG nach außen
\end{itemize}
\end{column}
\end{columns}
\medskip
\alert{Problem:} Entkopplung von Gesellschafter:innen und Geschäftsführung (Principal-Agent-Problem)

Außerdem: Ausbalancierung der Rechte von (Minderheits-)Aktionären, Arbeitnehmern, Gläubigern, Staat und Öffentlichkeit
\source{\hrefc{https://www.gesetze-im-internet.de/aktg/}{AktG}, §§\,76, 84, 111, 119}
\end{frame}

% PPT 17; correction: KGaA is a legal person, not simply a KG; a cooperative
% promotes members and is not necessarily prohibited from making profits.
\begin{frame}{Unternehmen: Mischformen und Genossenschaften}
\ra{1.6}
\begin{tabularx}{\textwidth}{@{}p{2.8cm}X@{}}
\toprule
\textbf{Rechtsform} & \textbf{Merkmale und Beispiele} \\\midrule
GmbH \& Co. KG & Kommanditgesellschaft, deren voll haftender Komplementär eine GmbH ist.\\
& Beispiel: Otto\\
KGaA & Juristische Person mit persönlich haftenden Gesellschaftern; die Anteile der Kommanditaktionäre sind in Aktien zerlegt.\\
& Beispiel: Merck KGaA\\
Genossenschaft & Selbsthilfe-Organisation zur Förderung der wirtschaftlichen, sozialen oder kulturellen Belange ihrer Mitglieder durch gemeinschaftlichen Geschäftsbetrieb.\\\bottomrule
\end{tabularx}
\source{\hrefc{https://www.gesetze-im-internet.de/aktg/__278.html}{§\,278 AktG}; \hrefc{https://www.gesetze-im-internet.de/geng/__1.html}{§\,1 GenG}}
\end{frame}

\section{Verbreitung und Wahl der Rechtsform}
% PPT 18; all values transcribed from original Statista graphic. Historical data.
\begin{frame}{Anzahl Unternehmen in Deutschland: 2004--2024}
\centering
\begin{tikzpicture}
\begin{axis}[width=13.5cm,height=5.9cm,ybar,bar width=9pt,
 ymin=0,ymax=3.8,xmin=2003,xmax=2025,
 xlabel={Jahr},ylabel={Unternehmen (Mio.)},
 xtick={2004,2008,2012,2016,2020,2024},xticklabel style={/pgf/number format/1000 sep={}},
 ytick={0,1,2,3},ymajorgrids,grid style={black!10},axis lines*=left,
 tick label style={font=\small}]
\addplot[fill=blue!60,draw=none] coordinates {
(2004,2.957173)(2005,3.036758)(2006,3.099493)(2007,3.140509)
(2008,3.186878)(2009,3.135542)(2010,3.165286)(2011,3.215095)
(2012,3.250319)(2013,3.243538)(2014,3.240221)(2015,3.255537)
(2016,3.266429)(2017,3.266806)(2018,3.279136)(2019,3.283306)
(2020,3.025145)(2021,3.022411)(2022,3.102699)(2023,3.124585)(2024,3.131417)};
\end{axis}
\end{tikzpicture}
\source{Statista, Daten und Abgrenzung aus Originalfolien}
\end{frame}

% PPT 19; original counts retained. Different coverage from the preceding chart;
% the original provides no precise statistical definition for either series.
\begin{frame}{Anzahl Unternehmen in Deutschland 2018}
\small\ra{1.55}\setlength{\tabcolsep}{5pt}
\begin{tabularx}{\textwidth}{@{}Xrrrrr@{}}
\toprule
& \multicolumn{4}{c}{Beschäftigte} & \\
\textbf{Rechtsform} & \textbf{0--9} & \textbf{10--49} & \textbf{50--249} & \textbf{250+} & \textbf{Insgesamt}\\\midrule
Einzelunternehmen & 2.078.768 & 64.740 & 2.457 & 78 & 2.146.043\\
Personengesellschaften (z.\,B. OHG, KG) & 324.411 & 55.038 & 13.013 & 2.953 & 395.415\\
Kapitalgesellschaften (GmbH, AG) & 530.852 & 152.527 & 42.920 & 9.980 & 736.279\\
Sonstige Rechtsformen & 169.865 & 26.569 & 7.079 & 2.441 & 205.954\\\midrule
\textbf{Insgesamt} & 3.103.896 & 298.874 & 65.469 & 15.452 & 3.483.691\\\bottomrule
\end{tabularx}
\medskip
{\footnotesize Die Gesamtzahl weicht von der vorigen Grafik ab. Die genaue statistische Abgrenzung ist in den Originalfolien nicht angegeben.}
\source{Statista, Tabelle aus Originalfolien, 2018}
\end{frame}

% PPT 20
\begin{frame}{Kriterien für die Wahl der Unternehmensrechtsform}
\begin{itemize}
\item Haftung der Gesellschafter
\item Leitungsbefugnis
\item Beteiligung am Gewinn / Verlust
\item Kapitalbeschaffung und Finanzierungsmöglichkeiten
\item Steuerliche Aspekte
\item Rechtsformabhängige Aufwendungen
\item Publizitätspflichten
\item Mitbestimmung der Arbeitnehmer
\end{itemize}
\end{frame}

% PPT 21
\begin{frame}{Quiz: Welche Rechtsform?}
\begin{enumerate}
\item Sie haben eine Geschäftsidee, haben genug Ersparnisse, um das Unternehmen für das erste Jahr zu finanzieren, und möchten bei Ihren Geschäftspartner:innen ein großes Vertrauen erwecken.
\medskip
\item Sie haben eine Geschäftsidee, haben genug Ersparnisse, um das Unternehmen für das erste Jahr zu finanzieren, aber möchten nicht persönlich für Schäden haften.
\medskip
\item Sie sind Elon Musk, haben eine Geschäftsidee, möchten keine eigenen Ersparnisse aufbringen, aber brauchen 10\,000\,000\,\euro{} Kapital.
\end{enumerate}
\end{frame}

% PPT 22, split into two editable tables. Correction: old 4% profit allocation
% rule superseded in 2024; references now HGB 120 and BGB 709(3).
\begin{frame}{Rechtsformen im Vergleich: Personengesellschaften}
\footnotesize\ra{1.25}
\begin{tabularx}{\textwidth}{@{}p{2.4cm}*{3}{>{\raggedright\arraybackslash}X}@{}}
\toprule
& \textbf{OHG} & \textbf{KG} & \textbf{GbR}\\\midrule
Vertrag & Gesellschaftsvertrag & Gesellschaftsvertrag & Gesellschaftsvertrag\\
Mindestkapital & Keine Vorschrift & Keine Vorschrift & Keine Vorschrift\\
Mindestpersonen & 2 & 2 & 2\\
Geschäftsführung & Nach Vertrag; sonst grundsätzlich alle, einzeln & Grundsätzlich Komplementäre & Nach Vertrag; sonst gemeinschaftlich\\
Haftung & Alle persönlich, unbeschränkt, gesamtschuldnerisch & Komplementäre unbeschränkt; Kommanditisten bis Haftsumme* & Persönlich und gesamtschuldnerisch\\
Gewinnbeteiligung & \multicolumn{3}{p{10.6cm}@{}}{Nach vereinbarten Beteiligungsverhältnissen; sonst Beitragswerten; sonst gleichen Anteilen}\\
Handelsregister & Abteilung A & Abteilung A & Nein; Gesellschaftsregister möglich\\\bottomrule
\end{tabularx}
\smallskip
{\scriptsize * Außenhaftung ausgeschlossen, soweit die vereinbarte Einlage geleistet ist.}
\source{\hrefc{https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/}{HGB}; \hrefc{https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__709.html}{§\,709 BGB}}
\end{frame}

% PPT 22, continued; liability corrected: full company assets, not capital cap.
\begin{frame}{Rechtsformen im Vergleich: Kapitalgesellschaften}
\small\ra{1.35}
\begin{tabularx}{\textwidth}{@{}p{3cm}*{2}{>{\raggedright\arraybackslash}X}@{}}
\toprule
& \textbf{GmbH (einschließlich UG)} & \textbf{AG}\\\midrule
Vertrag & Gesellschaftsvertrag & Satzung\\
Mindestkapital & 25\,000\,\euro{}; bei UG ab 1\,\euro{} & 50\,000\,\euro{}\\
Mindestpersonen & 1 & 1\\
Geschäftsführung & Geschäftsführer:in & Vorstand\\
Haftung & Gesellschaft mit ihrem gesamten Vermögen; Gesellschafter grundsätzlich nicht persönlich & Gesellschaft mit ihrem gesamten Vermögen; Aktionäre grundsätzlich nicht persönlich\\
Gewinnbeteiligung & Grundsätzlich nach Kapitalanteilen & Dividendenausschüttung nach Beschluss der Hauptversammlung\\
Handelsregister & Abteilung B & Abteilung B\\\bottomrule
\end{tabularx}
\source{\hrefc{https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/}{GmbHG}; \hrefc{https://www.gesetze-im-internet.de/aktg/}{AktG}}
\end{frame}
\end{document}
